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  Feinwertung brachte die Entscheidung GM Alexandre Dgebuadze (Bel) gewann 10. RLP Open denkbar knapp
02.11.2018 von KS

Beim finalen Aufeinandertreffen des Großmeisters Alexandre Dgebuadze (SC Remagen-Sinzig), mit den schwarzen Steinen, gegen Arkadi Syrov (SK Frankenthal), setzte sich der favorisierte GM durch. Mit seinem kombinatorisch errungenen Sieg in der letzten Runde gereichte dem Belgier Dgebuadze ein hauchdünner Vorsprung in der Feinwertung zum Gewinn des 10. RLP Opens in Nickenich. Nach der siebten Runde hatten sowohl der lettische Großmeister Viesturs Meijers (ESV Nickelhütte Aue) als auch der Internationale Meister Adrian Marian-Petrisor aus Rumänien eine Bilanz von 6 aus 7 Punkten vorzuweisen. Bei der Siegerehrung konnte jedoch Großmeister Dgebuadze den Scheck von 1000 Euro aus den Händen des Wettkampfleiters Gregor Johann (IA) empfangen. Gleichzeitig errang er den Titel des Rheinland-Pfalz Meisters 2018. Der Sieg Dgebuadze war indes keine Überraschung: Denn „Lokalmatador“ GM Dgebuadze ist beim RLP-Open kein unbeschriebenes Blatt; schon mehrere Male erklomm der Belgier die Spitze des Siegertreppchens.

Getragen wurde die Veranstaltung von einer sportlichen Atmosphäre im Zeichen des Königsspiels. Sowohl die Turnierleitung als auch viele der über 200 teilnehmenden Schachspieler aller Generationen und mehrerer Nationen, waren vom organisatorischen Engagement des ausrichtenden Vereins, den Schachfreunden Nickenich e.V, mehr als angetan. Turnierleiter Gregor Johann hob am Ende des Wettkampfes die herausragende Leistung der ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen um den Vereinsvorsitzenden Jens Wohde hervor, die Beachtliches auf die Beine gestellt hätten: „Das 10. RLP-Open bei den Schachfreunden Nickenich hat Maßstäbe gesetzt und die Messlatte für zukünftige Ausrichter ganz weit nach oben geschraubt. Ich beglückwünsche das gesamte Team für vier gelungene Turniertage.“

Das sieben Runden umfassende Open im Schweizer System überzeugte durch hunderte attraktive Partien, die allesamt an hochwertigen Holzbrettern mit ästhetischen Figurensätzen absolviert wurden. Die Spitzenbretter waren zudem mit moderner DGT-Technik ausgestattet, die es ermöglichte, die Bretter eins bis acht in einen Analyseraum zu übertragen, wo Gäste und Teilnehmer in den Genuss der Live-Schau aus dem Turniersaal kamen. Parallel wurde das Geschehen auf der Domain www.schachfreunde.info gezeigt; sämtliche Turnierpartien können dort in Kürze nachgespielt werden. Die Digitalisierung des Schachsports beförderte lebhafte Gespräche in der Pellenzhalle, wo leidenschaftlich über taktische Kabinettstücke und unglückliche Patzerzüge debattiert wurde.

Das 10. RLP-Open, veranstaltet vom Schachbund Rheinland-Pfalz e.V., durfte sich als ein semiprofessionelles Turnier im besten Sinne verstehen. Etablierte Schachprofis trafen auf ambitionierte Breitensportler, die um die Rating-Preise des über 4.000 Euro dotierten Preisfonds fochten. Neben den besten Jugendspielern wurden die besten Senioren und Damen prämiert. Bester Jugendspieler der U18 und U14 war Ruben Gideon Köllner (SG Bochum 1931). Bei den Altersgruppen U12 und U10 setzte sich der gleichzeitig jüngste Spieler des Turniers in Szene. Der zehnjährige Inder Sreyas Payyappat (vereinslos) konnte mit 4,5 aus 7 Punkten den 50. Platz erstreiten. Als beste Dame präsentierte sich Felicitas Ophelia Köllner (SV Bergneustadt/Derschlag), die 69. wurde. Bester Seniorenspieler war Yuri Boidman (SC Heimbach-Weis/ Neuwied) mit 5,5 aus 7 Punkten. Er ist außerdem als bester rheinland-pfälzischer Spieler mit deutscher FIDE-ID für die Deutschen Einzelmeisterschaften qualifiziert.

Bemerkenswerte Momente und schachsportliche Meisterleistungen auf den 64 Feldern gab es beim 10. RLP-Open zu Genüge. Anekdotisches, Heiteres und Tragisches bildeten eine Kollage berichtenswerter Eindrücke. Erwähnenswert ist die erfolgreiche Aufholjagd des Internationalen Meisters Yuri Boidman (SC Heimbach-Weis/Neuwied), der mit 5,5 von 7 Punkten eine souveräne Performance aufs Brett zauberte. Denn man bedenke: Boidman war erst in der zweiten Runde eingestiegen, da er parallel ein Seniorenturnier gewonnen hatte, welches am Vormittag zu Ende gegangen war. Ruben Gideon Köllner (SG Bochum 1931) war der beste Jungspieler im Feld (Jg. 2004), der sich am Ende auf Platz sechs wiederfand. Einen beachtlichen Score erreichte Joachim Waffenschmidt (SC Brett vorm Kopp Ffm) der sich mit einer vergleichsweise geringen Elo-Zahl von 1995 auf den zehnten Platz mit 5,5 aus 7 Punkten emporkämpfte.

Detaillierte Ergebnisse sowie eine umfassende Bildergalerie und Berichterstattung über die einzelnen Runden können auf der Domain www.schachfreunde.info nachvollzogen werden.


Michael Harbeke, Pressewart SF Nickenich


Fotos: Schachfreunde Nickenich e.V.



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